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kaputt.

irgndwie geht mein leben grad ohne mich spazieren.

ich weiß nicht was zur zeit in meinem leben los ist. ich habe das gefühl, ein bisschen die kontrolle über die dinge verloren zu haben. dadurch fühle ich mich andauernd niedergeschlagen.
kurzum, traurig.

es passieren gleichzeitig so viele negative dinge in meinem leben, die ich nicht mehr filtern kann. an halloween, welch ironie, sind dann alle meine bösen geister auf mich herniedergefahren und haben an mir gezerrt und gezogen.

ich versuche eigentlich immer stark zu sein. krampfhaft halte ich meine äußeren schichten zusammen, um die inneren nicht zur implosion zu verleiten. ich lächle, obwohl ich am liebsten hysterisch weinend, wie ein embryo, zusammgekauert, in einer ecke liegen möchte.

manchmal habe ich das gefühl in einer so emanzipierten welt großgeworden zu sein, dass das typische "schwach sein" der frauen, mich a.) bei anderen ziemlich aggressiv macht und es b.) für mich keine option ist.

sind wir frauen im 21 jahrhundert von unseren hippimüttern wirklich so erzogen worden, dass es schlecht ist, einmal losgelassen in eines mannes armen vor uns hinzuschluchzen? ich zumindest kann es nicht. ich darf das von mir aus nicht. ich verbiete es mir.
passiert es mir doch, merke ich wie die innere emanze in mir, den dudu-finger schüttelt und das kleine kind in mir aufs zimmer schickt.

bestreben wir frauen der generation 20+ wirklich so sehr, so zu sein wie männer, um wahrgenommen zu werden, dass ein heimlicher rollentausch passiert ist? oder spielen wir chamäleons und benehmen uns, damit wir im neuen jahrhundert ernstgenommen werden, einfach nur so wie männer?!
4.11.13 13:17


väterbeziehungen.

die beziehung zu meinem vater ist so eine sache.

eine sehr, sehr komplizierte geschichte, die nie ihr ende zu finden scheint.

egal wie oft ich darüber schreibe, egal wie oft ich darüber spreche, diese geschichte braucht ein ende, das nicht alleine geschrieben werden kann.

das ist es wohl auch, was mich so sehr enttäuscht.

ich bin es gewohnt alleine meinen weg zu gehen. alleine lösungen für probleme zu finden und dinge, die sich mir in den weg stellen, ganz alleine, mit einem kleinen hämmerchen zu bearbeiten, bis die bröckchen so klein sind, dass ich problemlos darüber hinwegsteigen kann.

oft setze ich mich mit einem bier auf den balkon und starre in die welt hinein, bis mir die lösung, offenbarung, oder was auch immer, in den schoß fällt.

für mich und meine probleme hat das bis jetzt immer hervorragend funktioniert.

einwandfrei funktioniert.

und selbst wenn dieses, in die welt hineinstarren, mal nicht geklappt hat, waren mir stift und zettel dann doch immer gute weggefährten auf dem pfad der problemlösungen.

nur will im falle "der Vater" weder stift, noch zettel, bier, noch die welt selbst, mir helfen.

ich schreibe, starre und trinke. NEIN! saufe!

doch... nichts.

ich komme mit mir selbst auf keinen grünen zweig.

ich weiß nicht, wie ich an meinen vater herantreten soll, muss, kann..

jedes mal, immer wieder aufs neue, stehe ich vor ihm und fühle mich wie ein kleines kind, dass noch nicht einmal das schuhebinden gelernt hat. immer wieder.

ich weiß nicht wie ich mit ihm über unsere beziehung reden soll. aber, wie kann man denn auch über etwas sprechen, das nicht da ist?!
wie kann ein physiker eine materie erforschen die gar nicht existiert?!

ich übertreibe.

gerne und gut.

das ist es wohl auch, was mich, mit mir, ohne ihn, hier, nicht auf einen grünen zweig kommen lässt.

und was ich von ihm will, naja, das weiß ich eigetnlich auch nicht so recht.

nach all den jahren, die ich ohne ihn verbracht habe, jetzt auf einmal raum, in meinen kommenden jahren, für ihn zu schaffen ist schwer. will ich das? ich denke schon.
ich glaube, in meinem tiefsten inneren, will ich, mit geflochtenen zöpfchen, ein eis in der einen, meinen schnuller in der anderen hand, auf seinem schoß sitzen und von ihm hören, wie lieb er mich doch hat. dass er stolz ist auf mich und dass ich mal großes erreichen werde. dann hätte ich gerne einen dicken schmatzer auf die stirn und ein weiteres "ich hab dich lieb".

ich hätte gerne, dass er mich abends ins bett bringt, die decke unter meinen kleinen körper stopft, den schrank nach monstern durchsucht, sich auf einen schaukelstuhl neben mich setzt und mir gute-nacht-geschichten vorliest. dabei soll er jedem charakter in der geschichte eine andere lustige stimme verpassen und mit mir lachen, wenn etwas komisch ist und weinen, wenn etwas traurig ist. nach der geschichte, soll er sich aus meinem zimmer schleichen und die türe einen spalt breit offen lassen, damit der raum noch etwas licht abbekommt. jedoch nicht, bevor er mir nicht noch einmal liebevoll über den kopf streichelt, die decke zurechtzupft und beim verlassen des zimmers, seufzend auf mich hinabsieht und flüstert: "ich hab dich so lieb, meine kleine".

er soll mich auf den spielplatz begleiten, mit mir sandburgen bauen und während ich an den kletterstangen turne, auf einer bank in der nähe sitzen, sich mit anderen vätern unterhalten und mit stolz geschwellter brust auf mich zeigen und sagen: "das ist MEINE tochter".

.. meine tochter und sonst keinem seine.

er soll mir an weihnachten einen kleinen hund schenken, von dem meine mutter nichts wusste und dann heftig mit ihr im zimmer nebenan streiten, weil sie eigentlich gar keinen hund haben wollte, während ich mit meinem neuen freund, kuschelnd, unter dem weihnachtsbaum sitze.

er soll mich, dann später, wenn ich größer bin, von der schule abholen, in einem seiner teuren autos. dort, an die motorhaube gelehnt, eine lederjacke tragend, lässig eine zigarette rauchen und auf mich warten. so, dass er etwas aufmerksamkeit erregt und ich stolz darauf bin, gleich mit diesem coolen mann, in seinem lässigen schlitten, wegfahren zu dürfen, denn er wäre MEIN papa, meiner und sonst keinem seiner. und nicht so peinlich wie die väter der anderen halbwüchsigen. er wäre ein cooler papa, der mir dann, wenn ich meinen führerschein ganz neu hätte, seinen teuren wagen borgt, damit ich mit meinen freundinnen an den see fahren kann. alle würden sie sagen, wie cool, lässig, verständnisvoll und großartig er doch ist und dass sie auch gerne so einen vater hätten. aber er wäre ja mein papa, meiner und sonst keinem seiner.


ja. das wäre mein papa.


... wäre.
19.8.13 11:27


die lieben Pferde.

da hab ich doch glatt mein Herz in letzter Zeit etwas vernachlässigt.

schon mein ganzes Leben verbring ich auf vier, anstatt auf zwei Beinen.

seitdem ich in Wien lebe, habe ich wohl diesen einen Teil von mir auf stumm geschalten.

ich habe mich von den großen sanften Wesen distanziert und erst jetzt, fängt es langsam in mir an zu ziepen und zu vibrieren.

etwas in mir schreit gerade ganz laut "Lass mich raus."

wie ich diesen Schmerz besänftigen kann, weiß ich noch nicht.

es ist schon zu lange her, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe, in meiner Ausbildung. Dabei weiß ich doch, dass man nie ausgelernt hat. Schon gar nicht wenn es um die Arbeit mit Pferden geht.

sie zu verstehen wird der Mensch wohl nie schaffen. Sie sind zu rein in ihrem Tun und Denken, als das so eine Kreatur wie der Mensch ihr WARUM auch nur annähernd verstehen könnte.

heute fahre ich seit langem wieder mit einem Gedanken im Herzen nach Oberösterreich, der mir verloren gegangen zu sein schien.

die letzten Monate habe ich mein Pendlerdasein als Last empfunden, anstatt die positiven Seiten daran zu sehen.

ich habe aufgehört mit Pferden zu arbeiten, dabei war dies und nichts anderes immer mein sehnlichster Wunsch.

als Kind habe ich viele schlaflose Nächte damit verbracht mir auszumalen wie es wäre Jockey zu sein. Ich wollte diese Kraft unter mir spüren, ein Pferd, dass alles gibt, den Blick auf die Ziellinie gerichtet, die Hufe im Sand, dieses donnernde Geräusch wenn es sich im gestreckten Galopp entfalten darf...

ich kann mich nur mehr wage daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, sich das vorzustellen.

ich kann mich allgemein nur mehr wage daran, wie es sich anfühlt einen Traum zu haben, den man so unbedingt verwirklichen will.

diese Leidenschaft, dieses Aufkochen der Gefühle, diese Unruhe, die man empfindet, wenn man den Fingern auf das legt, was man mehr als alles andere auf dieser Welt begehrt.

umso älter ich geworden bin, umso mehr habe ich angefangen zu rationalisieren. umso mehr ich rationalisierte, umso mehr ist dieses Kind in mehr verstummt.

"ich bin zu jung." - "ich bin zu alt." - "ich habe nicht die nötige Ausbildung." "ich könnte kritisiert werden." - "ich könnte scheitern." - "ich könnte von anderen belächelt werden."

schlichtweg, rationalisierte ich mir zweifel in mein vorhaben und die Leidenschaft verflog.

ich vergas auf mein eigenes Mantra zu hören. wir sind alle Reiter, wir haben das selbe Hobby, wir ziehen alle am selben Strang. WIR wollen unser Pferd verstehen lernen.

und ich verstand schon immer ein bisschen mehr als so manch anderer. ich hatte schon immer einen anderen Zugang. deshalb hatte ich damals beschlossen anderen diesen, meinen, Zugang zu zeigen. nicht um erfolgreich zu sein, nicht um Geld damit zu machen, nicht um die Beste zu sein.

sondern ganz einfach um meine Freude mit diesen sanften Riesen zu teilen. um andere zu animieren und zu motivieren, einfach einmal hinzuhören.

denn, mal ehrlich, Pferde sind der Spiegel eines selbst.

sie können uns so viel über uns erzählen, viel mehr als man teilweise vermag aus sich selbst herauszuhören.

mein Pferd ist mein bester Freund, mein Berater, mein Psychiater, meine größte Freude im Leben.

mein Pferd ist ein Spiegel. wenn ich ihn anschaue, sehe ich mich, so wie ich wirklich bin.
28.6.13 11:58


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