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die lieben Pferde.

da hab ich doch glatt mein Herz in letzter Zeit etwas vernachlässigt.

schon mein ganzes Leben verbring ich auf vier, anstatt auf zwei Beinen.

seitdem ich in Wien lebe, habe ich wohl diesen einen Teil von mir auf stumm geschalten.

ich habe mich von den großen sanften Wesen distanziert und erst jetzt, fängt es langsam in mir an zu ziepen und zu vibrieren.

etwas in mir schreit gerade ganz laut "Lass mich raus."

wie ich diesen Schmerz besänftigen kann, weiß ich noch nicht.

es ist schon zu lange her, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe, in meiner Ausbildung. Dabei weiß ich doch, dass man nie ausgelernt hat. Schon gar nicht wenn es um die Arbeit mit Pferden geht.

sie zu verstehen wird der Mensch wohl nie schaffen. Sie sind zu rein in ihrem Tun und Denken, als das so eine Kreatur wie der Mensch ihr WARUM auch nur annähernd verstehen könnte.

heute fahre ich seit langem wieder mit einem Gedanken im Herzen nach Oberösterreich, der mir verloren gegangen zu sein schien.

die letzten Monate habe ich mein Pendlerdasein als Last empfunden, anstatt die positiven Seiten daran zu sehen.

ich habe aufgehört mit Pferden zu arbeiten, dabei war dies und nichts anderes immer mein sehnlichster Wunsch.

als Kind habe ich viele schlaflose Nächte damit verbracht mir auszumalen wie es wäre Jockey zu sein. Ich wollte diese Kraft unter mir spüren, ein Pferd, dass alles gibt, den Blick auf die Ziellinie gerichtet, die Hufe im Sand, dieses donnernde Geräusch wenn es sich im gestreckten Galopp entfalten darf...

ich kann mich nur mehr wage daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, sich das vorzustellen.

ich kann mich allgemein nur mehr wage daran, wie es sich anfühlt einen Traum zu haben, den man so unbedingt verwirklichen will.

diese Leidenschaft, dieses Aufkochen der Gefühle, diese Unruhe, die man empfindet, wenn man den Fingern auf das legt, was man mehr als alles andere auf dieser Welt begehrt.

umso älter ich geworden bin, umso mehr habe ich angefangen zu rationalisieren. umso mehr ich rationalisierte, umso mehr ist dieses Kind in mehr verstummt.

"ich bin zu jung." - "ich bin zu alt." - "ich habe nicht die nötige Ausbildung." "ich könnte kritisiert werden." - "ich könnte scheitern." - "ich könnte von anderen belächelt werden."

schlichtweg, rationalisierte ich mir zweifel in mein vorhaben und die Leidenschaft verflog.

ich vergas auf mein eigenes Mantra zu hören. wir sind alle Reiter, wir haben das selbe Hobby, wir ziehen alle am selben Strang. WIR wollen unser Pferd verstehen lernen.

und ich verstand schon immer ein bisschen mehr als so manch anderer. ich hatte schon immer einen anderen Zugang. deshalb hatte ich damals beschlossen anderen diesen, meinen, Zugang zu zeigen. nicht um erfolgreich zu sein, nicht um Geld damit zu machen, nicht um die Beste zu sein.

sondern ganz einfach um meine Freude mit diesen sanften Riesen zu teilen. um andere zu animieren und zu motivieren, einfach einmal hinzuhören.

denn, mal ehrlich, Pferde sind der Spiegel eines selbst.

sie können uns so viel über uns erzählen, viel mehr als man teilweise vermag aus sich selbst herauszuhören.

mein Pferd ist mein bester Freund, mein Berater, mein Psychiater, meine größte Freude im Leben.

mein Pferd ist ein Spiegel. wenn ich ihn anschaue, sehe ich mich, so wie ich wirklich bin.
28.6.13 11:58
 
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